Der Kandler Künstler Armin Hott. (Foto: stm)Der Kandeler Künstler Armin Hott erfreut international mit humoristisch-satirischer Kunst

Von Stefanie Müller - 4. Oktober 2019

Kandel. Ob im Restaurant, in Wartezimmern oder auf der heimischen Couch: spöttische Raben, trinkende Hühner und ausschweifende Gesellschaften aus der Hand des Künstlers Armin Hott finden sich überall in der Region – und darüber hinaus. Der markante Stil seiner Grafiken behandelt Themen des alltäglichen Miteinanders, behält jedoch stets einen positiven und etwas ironischen Blick auf die Gesellschaft. Kunst, die mit Humor gefallen will und sich damit im In- und Ausland zeitloser Beliebtheit erfreut.

„Ich möchte keine Zensur-Schere anlegen, meine Ideen und Figuren sollen freien Raum haben. Für mich sind meine Grafiken ein Bekenntnis zum Humanismus. Wichtig ist mir immer eine gewisse Lebensfreude auszudrücken. Es geht um Feiern, um Partnerschaften, Geburten, die Heimat und noch viel mehr. Themen, die vor 3.000 Jahren schon Gültigkeit hatten. Außerdem muss sowohl beim Gestalten als auch beim Betrachten immer ein kleines Schmunzeln mit im Raum sein“, erklärt Armin Hott den Schaffensprozess.

Schon im Kindergarten hatte der geborene Landauer ein Händchen für das Zeichnen, aber auch die Musik begleitet ihn bereits seit vielen Jahren. „Ich hatte mir auch immer vorstellen können, als Musiker durchs Berufsleben zu gehen“, so der Künstler. „Außerhalb der musischen Bereiche, wäre ich ansonsten wohl Apotheker geworden, wie mein Vater. Ich hab‘ damals sogar Biochemie im Abi gemacht und versehentlich einmal einen Einser geschrieben. Allerdings in Farbchemie.“

Schon in der Schulzeit gestaltete Armin Hott Comics für die Schülerzeitung sowie Anzeigen oder Plakate für Schulfeste. Trotz alledem konnte er im Kunstunterricht nicht immer brillieren. Seinen beruflichen Werdegang verdankt er dennoch einer Lehrerin: „Ohne sie hätte ich wohl das Studium und auch die Freiberuflichkeit niemals ergriffen. Ich verdanke ihr sehr viel.“ Nach seinem Abitur begann er ein Studium der Kunsterziehung für Lehrämter an Gymnasien in Mainz, seit 1983 arbeitet er als Freischaffender Künstler in Kandel.
Viele Faktoren spielen eine Rolle, um erfolgreich in der Selbstständigkeit als Künstler zu sein, verrät Armin Hott. Nur etwa fünf Prozent seien auf das Kunst-Talent zurückzuführen, vielmehr wären Disziplin, Handwerksgeschick, Organisationsvermögen und Glück maßgeblich für den Erfolg. „Die Menschen haben Spaß an meinen Grafiken und das ist für mich das Wichtigste. Ich sehe es als ein unglaubliches Glück an und weiß es zu schätzen, dass die Leute zu mir kommen und meine Kunst freiwillig kaufen. Dennoch ist mein Beruf leider eher ein Verwaltungsjob. Wie jeder kreative Mensch wünschte ich, dass ich mehr Zeit für meine gestalterischen Schaffensprozesse hätte. Aber zum Glück hält mir meine Frau den Rücken frei und unterstützt mich.“
Der Kandeler Georgsturm – neu interpretiert von Armin Hott. (Foto: privat)

Der Kandeler Georgsturm – neu interpretiert von Armin Hott. (Foto: privat)

 

 

Facettenreich stellen sich die Figuren des Kandeler Künstlers dar, jedoch ist es vor allem das Motiv des Raben, welches sich seit vielen Jahren besonderer Aufmerksamkeit erfreut. Die Vermenschlichung von Gegenständen oder Tieren nennt sich Antromorphismus und der schwarz gefiederte Vogel gelte in der nordischen Mythologie als Symbol der Weisheit – nicht als Unglücksbote, wie viele annehmen. „Raben sind auf gewisse Weise vornehm, nehmen das aber selbst nicht ganz ernst“, witzelt Armin Hott. Für ihn stehen die Raben für Lebensfreude und Witz, aber auch für eine gewisse Klugheit.

Unabhängig von der Figurenauswahl innerhalb seiner Werke, sind auch die Bildunteschriften Teil des künstlerischen Konzeptes. Manchmal hochdeutsch, manchmal französisch oder dialektal, aber immer eine Mischung aus leicht verständlichem Wortwitz und Raum für Interpretationen. „Früher haben die Pfälzer das Französische besser verstanden, das ist mir aufgefallen“, stellt Armin Hott fest. „Es hat sich in den letzten Jahren vieles verändert, besonders in der Sprache. Doch ist die Pfalz für mich ein Stützpunkt, der Dialekt eine Basis und sprachliche Spielwiese. Unsere Sprache ist unsere Kultur. Ich glaube, für die meisten von uns Pfälzern gilt: Der Verstand spricht hochdeutsch, doch die Seele Dialekt.“

Zeitlose Gesellschaftskunst und doch ein Bezug zur Region, unterhaltsames Geflügel mit Witz, Verstand und immer einem kleinen Augenzwinkern: An der Kunst von Armin Hott kommt man in der Südpfalz nicht vorbei. (stm)

Quelle: Pfalz-Echo

Hier finden Sie den Artikel in der Online-Ausgabe des Pfalz-Echo: https://www.pfalz-echo.de/von-raben-huehnern-und-schmunzelstuecken/

 

 

 

 

 

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